Bilder der Woche
Nachrichtenbilder
Marktplatz Pirna
Unternehmen stellen sich vor
Pirna: Wehner gestürzt – Pirnaer CDU ist zerrissen
› von Administrator • Montag, 29. März 2010 • Aufrufe 461 • Keine Kommentare
Geschichte wiederholt sich nicht – heißt es. Die Pirnaer CDU hat am Donnerstagabend das Gegenteil bewiesen. Bei der Wahl ihres neuen Vorsitzenden ging es ähnlich ab, wie wenige Monate zuvor bei der Abstimmung für ihren Kandidaten zur OB-Wahl. Das erste Votum war ungültig, das zweite brachte ein Patt, und beim dritten Durchgang setzte sich Hans-Dieter Heuser mit 43 zu 42 Stimmen gegen Amtsinhaber Oliver Wehner durch.
Vorausgegangen war eine Debatte, die einer Schlammschlacht glich. Dem Landtagsabgeordneten und bisherigen Ortsverbandschef Oliver Wehner wurde vorgeworfen, Mitglieder angeworben zu haben, um seine Mehrheiten zu sichern. Allerdings, ohne dass diese bisher Beiträge gezahlt hätten. Aber auch die Gegenseite wartete mit überraschenden Neueintritten auf. Wehners Kontrahent, der bisherige Schatzmeister und ehemalige Schmees-Betriebsleiter Hans-Dieter Heuser wiederum musste sich für seine Pressearbeit rechtfertigen. Von seiner Kandidatur hatten die meisten Mitglieder erst aus der SZ erfahren.
Im anschließenden Rededuell griff Heuser dann Wehner direkt an und machte ihn für die desaströs verlorene Oberbürgermeisterwahl in Pirna verantwortlich. „Lieber Oliver, Du und Deine Anhänger musstet wissen, dass der Kandidat Ludwig nur denkbar knapp in der eigenen Partei mehrheitsfähig war“, warf Heuser Wehner vor. „Die Kritik an der getroffenen Personalentscheidung wurde von Dir und Deinen Mitstreitern nur noch höhnisch kommentiert.“ Neue Mitglieder, ohne Verdienste um die Partei, hätten alt gediente und verdiente Mitglieder mit der Arroganz der Macht gestraft.
Wehner wiederum gab sich versöhnlich. Er bestritt, dass es eine Kluft zwischen Jung und Alt in der Pirnaer CDU gebe. Er verwies auf eine Vielzahl von Veranstaltungen, die er auf die Beine gestellt habe und mahnte eine Konzentration auf Inhalte an. „Über den Umgang miteinander müssen wir reden, aber auch darüber, was wir erreichen wollen!“ Außerdem appellierte er an die Mitglieder, Personaldebatten künftig aus der Öffentlichkeit herauszuhalten und Mehrheitsbeschlüsse zu tolerieren. Seien sie auch noch so knapp.
Nach seiner Abwahl konnte Wehner diese Forderung auch gleich selbst umsetzen. In seiner Niederlage zeigte er Stärke: „Ich akzeptiere Beschlüsse und werde mich gern weiterhin für die CDU hier in Pirna einbringen.“
Zurück bleibt dennoch ein Scherbenhaufen. Den versuchten die beiden anwesenden sächsischen Minister etwas zu kitten. „Wir müssen nach vorne gucken, wir sind aufeinander angewiesen“, sagte Kultusminister und CDU-Kreisparteichef Roland Wöller. Und Pirnas ehemaliger Oberbürgermeister und jetziger Innenminister Markus Ulbig stellte sich als Vorstandsmitglied zur Verfügung. „Ich bedaure, war hier passiert ist“, erklärte er gegenüber der SZ. Ulbig war auch immer wieder als Vorsitzender gehandelt worden. „Das wäre für mich aber zeitlich nicht machbar.“
Text: Administrator
Bild: SZ

